Terror in Palästina, Frühjahr 1947

Attentate in Palästina 1947

Die politische Entwicklung von 1947 in Palästina ist von einer Spirale von Gewalt und Repressalien geprägt. EinFilm aus der Wochenschau Universal News vom März 1947 zeigt die Abreise von Juden nach Europa, die Ankunft des Schiffs Chaim Arlosoroff (original name Ulua) in Haifa sowie die Bombenattentate auf die Barclays Bank in Haifa (28.2.1947) und den den Goldsmith officers club in Jerusalem (1.3.1947). Und schließlich Razzien des britischen Militärs mit der Verhaftung von verdächtigen Juden.

Die Nachrichtenagentur UPI berichte am 28. Februar:

“JERUSALEM, 28. Februar 1947 (UP) Eine Reihe von heftigen Explosionen erschütterte heute das Hafengebiet von Haifa, nachdem ein Flüchtlingsschiff mit 1.350 nicht zertifizierten Einwanderern vor der nahe gelegenen palästinensischen Küste gelandet war. Zwei Juden wurden getötet und ein britischer Soldat sowie ein Mann der Transjordanischen Grenztruppe schwer verwundet, als Sprengstoffe die Sicherheitszonen von Barclay’s Bank im Herzen des Hafengebiets von Haifa zerstörten. Eine Serie von drei Bomben oder Landminen explodierte zur erwarteten Ankunft des Flüchtlingsschiffes Haim Arlosorov im Hafen von Haifa.”

Am 1. März 1947 kommt es in Jerusalem zu einem Bombenattentat der jüdischen Jerusalem Fighting Force auf den britischen Offiziersklub im Goldschmiede-Haus, das 18 Tote und 25 Verletzte fordert. In britischen Uniformen verkleidete jüdische Terroristen belegten den Klub mit Maschinengewehrfeuer und zündeten im Eingang des Gebädues drei Rucksäcke mit Bomben, die das Gebäude schwer beschädigten.

Das Endes des britischen Mandats

Die zunehmende Gewalt veranlasste die britische Regierung, ihr Mandat über Palästina aufzugeben und ihre Truppen ein Jahr später abzuziehen. Ab Mai 1947 wird über den Status von Palästina in der UNO verhandelt. Am 29. November 1947 wird von der UN-Generalversammlung die Resolution 181 (II) angenommen. Die Resolution enthält einen Plan zur Teilung von Palästina. 1948 geben die Briten das Mandat auf und es kommt zur Gründung des Staates Israel, auf die der Unabhängigkeitskrieg folgt.

Terror in Palästina, Frühjahr 19472019-12-05T20:59:19+01:00

Online Banking 1973

Online Banking 1973

Im Laufe des letzten halben Jahrhunderts hat das Bankwesen eine Revolution erlebt. Die Technologie hat die Art und Weise, wie wir Finanzdienstleistungen erhalten, verändert. Der Film über In-Touch Telefon-Computing wurde 1973 veröffentlicht. Es zeigt Telefonbanking als neue Möglichkeit für die “nahe Zukunft”. Ein Einblick in die Geschichte der Technik, der zeigt, wie wir Menschen Ideen entwickeln, wie wir in Zukunft anders handeln wollen und welchen Nutzen wir erwarten. In den meisten Fällen wird es anders laufen.
InTouch Telephone Banking

Am 4. Juni 1973 wurde in Seattle ein neuer Heimcomputerdienst mit Tonwahltelefonen und einem Sprachausgabesystem für die Ausgabe in Betrieb genommen. Der Service mit dem Namen In-Touch wird von einem Start-up-Unternehmen, Telephone Computing Service, einer Tochtergesellschaft der Seattle-First National Bank, angeboten. Privatkunden zahlten 6,50 Dollar für verschiedene Datenverarbeitungsdienstleistungen, darunter die automatische Bezahlung von Rechnungen per Telefon, die Vorbereitung der Einkommenssteuer und den Betrieb als Vierfachcomputer. Für die monatliche Gebühr erhielten die Abonnenten 100 Minuten Nutzung und zahlten vier Cent pro Minute. Das System verwendete alle zwölf Tasten des Tonwahltelefons. Vorlagen auf den Schaltflächen weisen die Teilnehmer an, das System zu nutzen. Jeder Benutzer hatte einen persönlichen Telefon-Computer-Anschluss. Es gab sechs Hauptdienste: Geldüberweisung für die Rechnungsstellung, Familienbudgetierung (telefonische Datenerfassung und wöchentlicher Versand), Lohnsteuerabwicklung, Kalendererinnerungsservice, Haushaltserfassung und Taschenrechner.

First Mover Schicksal

Nach vier Monaten Erfahrung mit diesem Dienst behauptete Seattle-First National, dass die Antwort “fantastisch” gewesen sei und dass seit der Einführung des Dienstes im Juni 1973 “mehrere hundert” Abonnenten registriert worden seien. Aber nur 2 Monate später kündigte der Präsident von Telephon-Computing-Service an, dass das Unternehmen Ende des Jahres 1973 in den Ruhestand gehen würde. Es wurde festgestellt, dass ein großes Hindernis die Anforderung war, dass die Kunden über Touch-Tones verfügen müssen. Während die Unternehmensführer der Meinung waren, dass die Verfahren zur Bedienung des Computers über das Tonwahltelefon einfach seien, waren sie für viele Menschen zu kompliziert. “Wir waren unserer Zeit voraus”.

15 Jahre der Zeit voraus

“Trotz des Scheiterns dieses Projekts ist In-Touch ein Beispiel für eine Art von Service, der über ein Zweiwegekabel modifiziert, vereinfacht und angeboten werden kann”, sagt ein Kommentator der Michigan University 1976. Er erklärt, dass ein Ausweg die Erfindung eines Zweiwege-Kabelfernsehsystems sein könnte. “Ein CATV-System wird sowohl Pay-TV als auch andere Dienste anbieten können, die zusammen mit einem Heimcomputerdienst ein Paket bilden können, das einen ausreichend hohen Prozentsatz an Kabelkunden adressiert, um das Anbieterunternehmen profitabel zu machen.”

Es brauchte weitere 15 Jahre, bis ähnliche Homebanking-Dienstleistungen in den 1980er und frühen 1990er Jahren ein starkes Wachstum erfuhren. Das Online-Banking begann jedoch erst Ende der 90er Jahre, sich zu einem weit verbreiteten Service zu entwickeln.

Der Film über In-Touch-Telefon-Computer wurde 1973 veröffentlicht. Es zeigt Telefonbanking als neue Möglichkeit für die “nahe Zukunft”. Footage einer HD Kopie gibt es bei zb Media.

Online Banking 19732019-12-05T16:06:09+01:00

Eine jüdische Schule 1937 in Berlin

Filmaufnahmen von der Leonore Goldschmidt Schule in Berlin

Die Dr. Leonore Goldschmidt Schule in Berlin wurde 1935 als jüdische Privatschule in Berlin gegründet, um jüdischen Kindern einen Schulbesuch ohne Repressalien zu ermöglichen. Jüdische Schulkinder wurden seit 1933 in Nazi-Deutschland systematisch drangsaliert und schließlich Ende 1938 ganz vom Schulbesuch ausgeschlossen. Die Goldschmidtschule bot hunderten Kindern Schutz und eine gute Ausbildung. 1939 konnten die meisten Kinder aus Deutschland emigrieren.
Leonore Goldschmidt Registrierungskarte

Die Schule

Dr. Leonore Goldschmidt, geborene Tacke, war eine promovierte Historikerin und Anglistin. 1923 heiratet sie den Rechtsanwalt und Notar Ernst Goldschmidt. Sie arbeitet in Berlin als Lehrerin. 1933 wird sie von der Nazibehörde in den einstweiligen Ruhestand versetzt, weil sie mit einem Juden verheiratet ist.
1935 gründet Frau Goldschmidt die Privatschule für jüdische Kinder in Berlin-Grunewald in der Kronberger Straße 24. Dort werden im Sommer 1937 über 500 jüdische Kinder von 40 Lehrern unterrichtet.
Frau Goldschmidt erreicht über die Anstellung eines britischen Lehrers den Status einer zweisprachigen Schule, deren Abschlüsse von der Uni Cambridge anerkannt werden. So können die Kinder auf die absehbare Emigration vorbereitet werden. Anfang 1938 erhält die Schule die Erlaubnis, Abiturprüfungen durchzuführen. Doch die Ereignisse in Wien im März 1938 offenbaren das brutale Vorgehen des Nazi-Staates gegen Juden. Die Goldschmidts bereiten sich und ihre Schule auf die Emigration vor. Im Sommer 1938 reisen sie in die USA, um eine Aufnahme der Schule dort zu verhandeln. Nach ihrer Rückkehr wird dieses Projekt jedoch von den Berliner Behörden untersagt. Schließlich übertragen sie das Eigentum an der Schule an den englischen Lehrer. Dadurch wird die Schule als ausländische Einrichtung geführt. Die Folge: beim Novemberpogrom 1938 wird die Schule nicht angetastet. Das rettet den Kindern das Leben. Sie können im Winter und im Frühjahr 1939 mit den Kindertransporten nach England emigrieren. Ernst Goldschmidt verlässt Deutschland bereits am 10. November 1938. Dr. Leonore Goldschmidt verlässt Deutschland endgültig am 20. Juli 1939. Ihre Schule wird in Folkestone wiedereröffnet. Einige Lehrer der Schule waren am 9. November verhaftet worden, kommen jedoch Anfang Dezember wieder frei. Nicht alle Lehrer und Kinder können Deutschland 1939 verlassen. Auch vielen Eltern der Goldschmidtschüler war die Rettung nicht vergönnt und sie starben in der Todesmaschinerie des Holocaust. Eine ausführliche Schilderung der Geschichte der Goldschmidtschule hat die Tochter von Leonore Goldschmidt verfasst.

Visa Julien Bryan

Die Filmaufnahmen

Die Filmaufnahmen des amerikanischen Journalisten Julien Bryan entstanden vermutlich im Sommer 1937 oder im Jahr darauf. Seine Aufnahmen der Goldschmidtschule wurden nie veröffentlicht.

Vor einigen Jahren habe ich sie in der Library of Congress gesichtet und eine Scanerlaubnis erhalten. Die HD Scans habe wir technisch bearbeiten und verbessern lassen, ohne die originalen Filmaufnahmen zu stark zu verändern. Die genaue Datierung der Aufnahmen ist nicht belegt. Auf Seite 12 des Passes ist eine Geldabhebung in Heidelberg im September 1937 vermerkt.

Thea Wolffsohn, eine ehemalige Schülerin der Goldschmidtschule hat die Aufnahmen gesehen und glaubt, sich auf einer Aufnahme im Klassenraum zu erkennen. Sie hat die Schule allerdings 1938 besucht. Dann wären diese Aufnahmen möglicherweise nach der Rückkehr der Goldschmidts aus den USA im Sommer 1938 entstanden.

Passport Julien Bryan

Eine jüdische Schule 1937 in Berlin2019-12-05T15:52:33+01:00
Mehr Beiträge laden
Nach oben