Über Stephan Bleek

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Die Emil Nolde Debatte

Die Nolde Debatte

Emil Nolde ist einer der bedeutendsten deutschen Expressionisten. Obwohl er Mitglied der dänischen NS-Partei ist, wird er 1937 von den Nazis als “entarteter Künstler” denunziert. Doch Nolde war Nazi und Antisemit. Hierzu Filmdokumente, die wir in den vergangenen Jahren gesammelt haben.

1947, zu seinem 80. Geburtstag, veröffentlicht die Wochenschau der amerikanischen Besatzungsmacht einen Filmbeitrag über Emil Nolde. Der Erzähler versucht, Nolde als positive Figur für einen Neuanfang von Kultur und Kunst in Deutschland darzustellen. Die Geschichte des “Verfehmten” wird für lange Zeit das offizielle Bild von Nolde in Nachkriegsdeutschland prägen.

Plakat Ausstellung Entartete Kunst

Entartete Kunst

1937 wird in München das “Haus der Deutschen Kunst” eröffnet. Die dort ausgestellten Werke sind auf einem eher simplen künstlerischen Niveau, ein dem Führer Hitler gefälliger, kitschiger Realismus. Einen Tag zuvor wird eine andere Bilderschau im Münchner Hofgarten eröffnet. Die Austellung “Entartete Kunst”. Plakatiert in der ganzen Stadt mit knallroten Postern. Eine klassisch populistische Argumentation gegen “Judencliquen” und “Literaten”, die “gewissenlos Millionenbeträge deutschen Volksvermögens verschleuderten”. In dieser Schau wird nahezu die gesamte Prominenz der deutschen Kunst des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts geschmäht. Auch hierzu habe ich in den National Archives ein einzigartiges Filmdokument gefunden, das der Amerikaner Julien Bryan 1937 in München gedreht hat.

Das in den Originalfarben markierte Bild am Schluss des Films ist “Christus und die Sünderin” von Emil Nolde. Es wurde 1929 von der Berliner Nationalgalerie erworben. Um die Anerkennung der expressionistischen Künstler tobt damals in der Weimarer Republik ein heftiger Streit.

Rückblick: Die Berliner Secession

Seinen ersten großen Anlauf um Anerkennung unternimmt Nolde 1910 in Berlin. Es gärt damals in der Kunstszene, in München hat der Blaue Reiter für Skandal gesorgt, in Berlin wollen Nolde und die Maler der “Brücke” ebenfalls eine Revolution unternehmen. Doch die Bilder Noldes werden von der Berliner Künstlervereinigung Secession zurückgewiesen. Mit dieser Zurückweisung beginnt die Geschichte des Antisemitismus von Emil Nolde. Der Kunsthändler Paul Cassirer und der Maler Max Liebermann, beide Juden, bestimmen die Geschicke der Secession und werden Noldes Intimfeinde. Bei dieser persönlichen Gegnerschaft ging es auch um Noldes bedrohte wirtschaftliche Existenz als freier Künstler.

Die Anerkennung

1927 hat Nolde seinen 60. Geburtstag gefeiert und die Kunsthalle Dresden hat ihm mit einer großen Werkschau die längst fällige öffentliche Würdigung verliehen. Nolde ist ein sehr ehrgeiziger Maler, der den expressionistischen Stil als einzigartige Darstellungsweise versteht. “Ich möchte gerne, dass meine Bilder mehr sind und keine zufällige schöne Unterhaltung, nein,  dass sie (…) dem Beschauer einen Vollklang vom Leben und menschlichen Sein geben”, schreibt er. Seit 1927 ist Nolde einer der großen Stars der klassischen Moderne in Deutschland. Aber er bleibt Antisemit und versucht sich nach 1933 den Nazis anzudienen. Wird Mitglied der dänischen NS-Auslandsorganisation (Nolde ist dänischer Staatsbürger) und versucht mit allen Mitteln, Hitler zu gefallen. Hans Fehr, der vielleicht beste Freund Noldes, schrieb: “Da aber bei Nolde alles aus einem Urtrieb, aus einer Urkraft, fern vom Verstande, geboren wurde, sah er sein Innerstes verletzt, wenn einer diese geheimnisvolle Welt anzutasten wagte.”  Die tiefe Verletzung aus den Jahren vor 1927 erklärt vielleicht die Nähe zu den Nazis. Und Nolde begriff sich immer als Maler des Nordischen. Dennoch, Noldes Kunst in ihrer radikalen Subjektivität ist als Staatskunst des gleichgeschalteten Naziregimes schlechterdings nicht vorstellbar.

Ungemalte Bilder

Nach der Schmähung von 1937 wird Nolde mit einem Verkaufs- und Malverbot belegt. 1052 Werke werden aus den Museen entfernt und großen Teils gegen Devisen zur Finanzierung der Aufrüstung verhökert. Die “Verbreitung und Vervielfältigung” seiner Werke wurde verboten.

Malverbot für Emil Nolde

Im Schreiben vom 23. August 1941 untersagt der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste Adolf Ziegler, ein Kunstmaler der im Volksmund der “Meister des deutschen Schamhaares” genannt wird, Emil Nolde “mit sofortiger Wirkung jede berufliche – auch nebenberufliche Betätigung auf den Gebieten der bildenden Künste”. 3 Monate später wird dem Maler auch der “Absatz, die Verbreitung und Vervielfältigung der im besonderen aufgeführten Erzeugnisse” (seiner Bilder) untersagt.

Nolde Einkommen

Es wird eingewandt, dass die hohe Einnahme aus Verkäufen im Jahr 1940, die Nolde in der Entnazifizierungserklärung 1947 angibt, dass es ihm ja durchaus gut gegangen sei. Nicht gesagt wird, dass die Einnahmen 1942 nur noch ein Zehntel derer von 1940 betrugen. Natürlich musste der damals schon über 70jährige Nolde nicht, wie andere Verfolgte und Entrechtete, um sein Leben fürchten. Und einige private Käufer, wie der Hannoveraner Fabrikant Sprengel, haben ihn bis zum Verkaufverbot mit hohen Summen für Ölgemälde unterstützt. Doch das Verbot seiner Arbeit brachte den großen alten Künstler an den Rand der Verzweifelung.

Er schreibt 1942 an Hans Fehr. “Gearbeitet habe ich seit dem ersten August nichts mehr. (…) Nicht zu wissen, was man ‘darf’ und ‘nicht darf’ und dies Damoklesschwert über den Kopf hängend haben – muß nicht dann die an sich schon sensible Künstlermuse den Menschen verlassen?”

Neue Dokumente belegen den auch nach 1937 fortdauernden Versuch Noldes, die Nazis doch noch umzustimmen. Der Chef Berliner Nationalgalerie hat unlängst in den Abendnachrichten des Fernsehens bekannt, auch er (wie die Kanzlerin!) würde in seine Wohnung keine Noldes mehr hängen wollen. Eine denkwürdig peinliche Aussage. Sie läuft auf das Gleiche hinaus, was die Nazis mit den “entarteten Künstlern” gemacht haben.

Die Verantwortung

Der politische Mensch Nolde hat geirrt, der Künstler aber ist seinen Weg gegangen. Ein Künstler vom Rang Emil Noldes hat eine besondere Verantwortung für sein Verhalten. Die Tatsache, dass er Antisemit war und dass die Entrechtung und Vernichtung seiner jüdischen Mitbürger nach 1933 bei ihm nicht zu einem Umdenken und klaren Bruch mit der Nazi-Ideologie geführt hat, ist jetzt zum Glück aufgeklärt worden. Es bleiben also Fragen: Warum versagte das moralische Gesetz in ihm? Als einer der prominentesten Künstler der Weimarer Zeit hatte er Freunde unter den Künstlerkollegen, die schon 1933 in die Emigration getrieben wurden. Darunter Paul Klee, den er 1935 in der Schweiz getroffen hat. Was haben die Künstler besprochen? Anscheinend hat Nolde, wie so oft, geschwiegen.

Nolde biederte sich dem Naziregime an, wie Martin Heidegger, Paul Hindemith und Richard Strauss, Gottfried Benn, Walter Gropius oder Mies van der Rohe. Die populistische Banalität, die vulgäre, plebejische und blutgierige Gewalt und den kleingeistigen Geschmack des Nazi-Reichs erkennen sie erst, als es längst zu spät ist. Sie sind der Faszination des Bösen erlegen, wo man doch gerade bei ihnen Immunität erwarten müsste. Der französische Kunsthistoriker Jean Clair nennt das eine “Demütigung unserer moralischen Hierarchien”.

Von |2019-12-05T17:08:28+01:00April 14th, 2019|Aktuell|0 Kommentare

Zwei am Steuer

Zwei am Steuer

Auto 1935

Auto mit 2 Steuerrädern 1935.

Eine kuriose Idee eines amerikanischen Fahrschullehrers in Cleveland / Ohio von 1935. Ein Auto mit 2 Lenkrädern “um weibliche Fahrer zu unterrichten”. Ein Lenkrad für die Frau, aber das Steuer fest in männlicher Hand? Ein Vorläufer des autonomen Fahrens? Ohne Schmerzen und ohne Belastungen, wie der Wochenschausprecher meint. Was aber, lieber Herr der Lage, wenn sie nach links und er nach rechts lenken will? Die Frage, welches Steuerrad die Masterrolle spielt, ist nicht klar ersichtlich. Ob wenigstens am 8. März die Frau ihren Weg fahren durfte?

Die Fahrkunst

Übrigens gab es solche Fahrschulwagen mit zwei Lenkrädern eine Zeitlang tatsächlich. Ford hat auch noch in den 40er Jahren solche Konstruktionen an Fahrschulen geliefert. Und die Skepsis gegenüber unseren menschlichen Fahrkünsten begleitet die Automobilgeschichte von Anbeginn an: „Es wird weltweit nie mehr als eine Million Autos geben, schon weil dafür die Chauffeure fehlen“, glaubte der Erfinder des Automobils, Gottlieb Daimler. Heute entwickeln wir mit großem Aufwand Assistenzsysteme und autonomes Fahren steht ganz oben auf der Wunschliste für die Zukunft. Eine tolle Zukunft dank Computer wird uns vorgeschwärmt. Das moderne Auto mit zwei Lenkrädern.

Unsere Autonomie…

Aber hat nicht das Fahren-können viel mit Selbstbestimmung und persönlicher Freiheit zu tun und hat das Fahren nicht ein neues, aktives Lebensgefühl begründet? Für die Frau von 1935 war der Führerschein ein Akt der Emanzipation. Fahrtechnik beherrschen, das eigene Leben bereichern. Noch gibt es diesen Stolz auf die Fahrkunst. Und vielleicht setzt sich der Wunsch des Menschen nach Selbstbestimmung am Ende doch gegen das Milliardengeschäft “autonomes Fahren” durch. Denn um wessen Autonomie geht es uns eigentlich? Eigentlich muss es richtig “automatisches Fahren” heißen. Wir Menschen sollen ja offenbar hier, wie in vielen anderen Bereichen, vom Computer in die Rolle des bloß passiven Konsumenten, Zuschauers oder Fahrgasts gedrängt werden. So wie 1935 der Frau als Schülerin offenbar wenig Zutrauen von ihrem männlichen Lehrer entgegengebracht wurde. Nur ging es damals um Fahrschule, in Zukunft wird es darum gehen, ob wir überhaupt noch selber fahren dürfen.

… in Gefahr

Vorsicht! Menschliche Fahrkönner wird es in der Welt des sogenannten “autonomen” Fahrens nicht mehr geben. Frecherweise sollen wir nur noch herhalten, wenn der Computer nicht mehr weiter weiß und uns vor die Wand fährt. Dann soll der Mensch das Steuer wieder übernehmen. Ohne Fahrpraxis, ohne Können. Das wird wohl kaum funktionieren und dient auch vor allem dazu, das Haftungsrisiko für Programmier und Hersteller zu verkleinern. Unsere Autonomie bestimmt sich wesentlich dadurch, mit unserem Willen die Geschicke zu lenken. Den Zustand der Selbstbestimmung also. Diese sollen wir aufgeben. Wollen wir das?

Von |2019-12-03T15:56:17+01:00März 8th, 2019|Aktuell|0 Kommentare

Gott ist Licht

Gott ist Licht – Die Kathedrale von Chartres

Im Sommer 1996 kamen wir zum ersten Mal nach langen Jahren wieder nach Chartres. Die Kathedrale hatte mich schon bei meinem ersten längeren Frankreichaufenthalt 1971 fasziniert. Jetzt, mit dem Vorhaben im Gepäck, einen einstündige Dokumentarfilm für den Bayerischen Rundfunk zu drehen, war die Begegnung um ein Vielfaches intensiver.

B&B bei einer Bauernfamilie

Wir bezogen Quartier in der Nähe von Chartres bei einem sehr schönen B&B bei einer Bauernfamilie in der Nähe des Städtchens. das klingt romantisch, das alte Bauernhaus war es auch. Und die junge Familie mit zwei kleinen Kindern hat uns sehr herzlich aufgenommen. Landwirtschaft bei Chartres heisst großflächiger Anbau von Getreide. Große Maschinen gehörten zum Hof. Die Ernte stand bevor. Also von stiller ländlicher Abgeschiedenheit kein Spur. 

Eine besondere Geschichte hat der Schluss des Filmausschnitts. Er zeigt die Kathedrale von einem Ort östlich, an dem abends die Sonne direkt über der Kirche untergeht. Diesen Punkt an einer kleinen Straße 10, 12 Kilometer im Osten der Kathedrale zu finden, war nicht leicht. zumal die Recherchen im Juni stattfanden, die Aufnahmen aber für September angesetzt waren. Aber wir haben den Ort gefunden, er liegt an einem der Wege, die jedes Jahr zu Palmsonntag Studenten aus Paris nehmen, auf ihrem Pilgerweg nach Chartres.

Die Wallfahrt an Palmsonntag

Als wir die Wallfahrt am Palmsonntag 1997 filmen, haben über 5.000 Studenten an der Wallfahrt teilgenommen. Wenn die Pilger in Chartres eintreffen sammeln sie sich mit ihren Palmzweigen vor dem verschlossenen Portal. Mit harten Schlägen öffnete der Kardinal Lustiger das Königsportal der Kirche und die Pilgermenge schob sich in das riesige Kirchenschiff vor – Symbol für den Einzug Jesu in Jerusalem. Ein unglaublich tief bewegendes Erlebnis. Der Kameramann Philipp Müller „schwamm“ mit seiner Steadycam mitten zwischen den in die Kirche strömenden Studenten. Zum Mißfallen des Kardinals drehte er noch vom Altar aus, als die Messe bereits begonnen hatte. Das sind die Momente, wo der Regisseur in Konflikte gerät. Wir durften, ja mußten stören, aber besser aus dem Hintergrund. Die wirklich spektakulären Aufnahmen aber gibt es vorne.

Kathedrale Chartres Labyrinth

Das Labyrinth

An einem Tag im September 1996 haben wir mit einigen Helfern sämtliche Stühle aus der Kirche geschafft um das großartige Labyrinth zu filmen. Wir hatten einen 10 Meter hohen Kamerakran in die Kathedrale geschafft. Die Nutzung einer Drohne, damals gab es gerade die ersten Modelle, war untersagt worden. Der Grund war, dass ein Team der BBC eine Drohne in eines der unersetzlichen Kirchenfenster gelenkt hatte. Die Kameras wogen damals noch einige Kilo und ein paar Scheiben gingen zu Bruch. Aber glücklicherweise waren es keine der besonders wertvollen „Bleu de Chartres“ Exemplare. Das Labyrinth mit dem schweren Kran zu filmen, war ein echt beschwerlicher Weg. Am Ende gab es für uns die verdiente Erlösung – die Aufnahmen aus 10 Metern Höhe waren hervorragend gelungen. Das geheimnisvolle Labyrinth lädt uns zu einer spirituellen Reise ein. Wer bin ich? Was ist der Sinn des Lebens?

Bleu de Chartres

Wir haben auch die Glasherstellung damals genau studiert und schließlich in St. Etienne im Süden Frankreichs auch gefilmt. Kobalt, Antimon, Kupfer und Eisen in einer Natriumschmelze erzeugen ein intensiv leuchtendes Blauglas. Nur in Chartres kann man noch dieses originale Glas aus dem 12. Jahrhundert sehen. Heute bessern die Restauratoren schadhaftes Glas sehr behutsam mit neuen nach dem Originalrezepturen hergestellten Scheiben aus. Doch die allermeisten Glasflächen in der Kathedrale sind original erhalten. „Gott ist Licht“ – die im Morgenlicht leuchtenden farbigen Fenster der Kathedrale erzeugen eine unvergleichliche Atmosphäre.

Auch Filmen ist Arbeit mit Licht. Am Ende des Tages, wenn das Jesse Fenster in der Kathedrale von Chartres zu glühen anfängt, empfängt unsere Seele den tiefen Kontakt zu dem, das uns im Innersten antreibt und bewegt.

Der Film „Chartres oder der Geist der Gotik“ wurde in verschiedenen Sendern der ARD und in anderen Ländern Europas gezeigt. In Frankreich wurde der Film von Ulrike und Stephan Bleek auch in das Filmprogramm für Schulen aufgenommen.

Schauplätze der Weltkulturen – Chartres und der Geist der Gotik

Ein Dokumentarfilm über die Kathedrale von Chartres (BR 1997)

Buch: Ulrike Ziegler
Regie: Stephan Bleek
Kamera: Hermann Reichmann, Philipp Müller
Schnitt: Katharina Sanders

Von |2019-12-07T14:08:00+01:00Februar 22nd, 2016|Film|Kommentare deaktiviert für Gott ist Licht

Hieronymus Bosch und das Phantastische in der Kunst

Hieronymus Bosch und das Phantastische in der Kunst

Ein Dokumentarfilm in 2 Teilen für ARTE über den mittelalterlichen Maler Hieronymus Bosch.

In der niederländischen Stadt Herzogenbosch lebt zwischen wahrscheinlich 1450 und 1516 der Maler Jerome van Aaken, der sich Hieronymus Bosch nennt. Heute sehen wir in ihm einen exzentrischen Maler religiöser Visionen, eine Ausnahmegestalt in der Malerei Flamens und Europas. Die faszinierende Gemälde besitzen ungeheure Tiefendimension, die im 20. Jahrhundert Psychoanalytiker wie Carl Gustav Jung oder Künstler wie Max Ernst oder Salvador Dali inspirieren konnte. Noch rätselhafter machen jüngste Entdeckungen die Gestalt dieses Malers, nach denen er vielleicht gar nicht allein für die phantastischen Bilder verantwortlich sein kann.

In zwei Filmen, „Der Erfinder des Unbewussten“ und „Traum, Trieb und Selbsterkenntnis“ hat Stephan Bleek ein Porträt des Malers und seines Werks erarbeitet, das die detailreichen Gemälde von Bosch durch Großaufnahmen dicht und unmittelbar zur Wirkung bringt.

Der erste Teil beschäftigt sich mit dem Hauptwerk „Der Garten der Lüste“, heute im Prado Museum Madrid, im zweiten Teil werden das „Jüngste Gericht“, heute in Wien, und die Lissabonner „Versuchung des Antonius“ sowie das Gemälde „Der Heuwagen“ vorgestellt.

Deutlich wird das Menschenbild von Bosch: Der Mensch ist Narr, der von Begierden und Eigensinn ziellos, ohne Sorge, Vernunft, Weisheit und Sinn durch die Welt getrieben wird. Seine Bilder setzten gegen die Triebnatur des Menschen die Selbsterkenntnis, die Weisheit über die allein der Weg zu Glück und Reichtum zu finden sei. Das wichtigste Vermächtnis von Bosch besteht in dem gewaltigen Einfallsreichtum, mit dem er diese Weltsicht in Szene setzt. Viele dieser Einfälle sind uns fremd und zugleich erstaunlich gegenwärtig.

(BR / ARTE 2002)

Hieronymus Bosch Ausschnitt Garten 2

Von |2019-11-30T12:51:09+01:00Oktober 29th, 2002|Film|Kommentare deaktiviert für Hieronymus Bosch und das Phantastische in der Kunst

Leidenschaft, Glaube, Sinnlichkeit. Rubens und die Kunst des Barock

Leidenschaft, Glaube, Sinnlichkeit. Rubens und die Kunst des Barock

Peter Paul Rubens werden mehr als 2000 Bilder und tausende Zeichnungen zugeschrieben. Ein unvorstellbar großes Lebenswerk. In dieser Fülle erscheint alles widersprüchlich: Der fromme und größte religiöse Künstler der Epoche, der schwelgerischer Maler archaischer Instinkte, der Großbürger und Kunstunternehmer. Ein kraftvolles, wildes und affektives Genie. Der brodelnde Kreative, offen für die tiefsten Leidenschaften. Der Film von Stephan Bleek erzählt das Leben von Rubens. Gedreht an Originalschauplätzen.

Buch und Regie: Stephan Bleek
Kamera: Hermann Reichmann
Schnitt: Katharina Sanders
(BR 2000)

Von |2019-12-07T14:04:08+01:00Oktober 29th, 2000|Film|Kommentare deaktiviert für Leidenschaft, Glaube, Sinnlichkeit. Rubens und die Kunst des Barock

Bilder einer Landschaft: Mont Blanc und Hoch-Savoyen

Mont Blanc und Hoch-Savoyen

Ein Dokumentarfilm über Savoyen, Chamonix und das Mont Blanc Massiv. (BR 2000)

Buch und Regie: Stephan Bleek
Kamera: Benedikt Preisinger
Schnitt: Katharina Sanders

Der Mont Blanc, der höchste Gipfel der Alpen, wurde im Sommer 1786 erstmals bestiegen. Die Geburtsstunde des Alpinismus. Die Gletscherwelt des Mont Blanc Massivs gehört zu den schönsten Landschaften der Erde. Hochsavoien ist ein Land für Aktive, für Träumer, für Genießer. Der Film zeigt Alpinisten im Massiv des Mont Blanc, porträtiert die Menschen der Täler.

Von |2019-12-04T14:40:51+01:00Oktober 29th, 2000|Film|Kommentare deaktiviert für Bilder einer Landschaft: Mont Blanc und Hoch-Savoyen

Für immer Jung. Raffael und die Wiedergeburt der Kunst

Ein Dokumentarfilm über den Renaissancemaler Raffael. (BR 2000)

Buch und Regie: Stephan Bleek
Kamera: Hermann Reichmann
Schnitt: Katharina Sanders

Der Name Raffael bedeutet die Wiedergeburt der Kunst. Vasari nennt Raffael einen “sterblichen Gott”. Die Vorstellungskraft des Künstlers übersteigt die gewöhnlich Sicht der Dinge, macht das Bild zum Kunstwerk. Der Film von Stephan Bleek zeigt Leben und Werk des Renaissancemalers Raffel von Urbino.

Von |2019-11-26T23:12:04+01:00Oktober 29th, 2000|Film|Kommentare deaktiviert für Für immer Jung. Raffael und die Wiedergeburt der Kunst

Stahlkocher in Bayern

 

Maxhütte

Maxhütte Foto: Bleek

Ein Dokumentarfilm für den BR über die heute abgewickelte Maxhütte. Stahlarbeiter und Ingenieure erzählen. (BR 1999) Buch und Regie: Stephan Bleek Kamera: Robert Kumeth Schnitt: Miroslav Perna Die Hüttenarbeit prägt besondere Menschen. “Wir sind verwachsen mit der Hütte” meint der Schmelzmeister Max Hufnagl, der in der silbernen Feuerschutzkleidung wie ein Außerirdischer aussieht. “Die Arbeit schweißt uns zusammen”. “Es ist schon immer wieder faszinierend, was hier abläuft, das hat schon was”, ergänzt der junge Ingenieur Eike Schmilinsky. Szenen, gedreht am Hochofen der Maxhütte. Der Film von Stephan Bleek zeigt die Produktionsabläufe eines Hüttenwerks vom Hochofen bis zum Walzwerk, erzählt mit Originaltönen der Arbeiter und Ingenieure.

Von |2019-12-04T14:17:32+01:00Oktober 29th, 1999|Film|Kommentare deaktiviert für Stahlkocher in Bayern

Schauplätze der Weltkulturen: Florenz und der Geist der Renaissance

Florenz und der Geiste der Renaissance

Ein Dokumentarfilm über das Florenz der Renaissance. (BR 1998)

 

Buch: Ulrike Ziegler, Stephan Bleek

Regie: Stephan Bleek

Kamera: Gerhard Lechner

Schnitt: 

Von |2019-12-04T14:28:57+01:00Oktober 29th, 1998|Film|Kommentare deaktiviert für Schauplätze der Weltkulturen: Florenz und der Geist der Renaissance
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